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Wiesenlabor Neukölln – Schülerinnen und Schüler bringen Wiesen in Ihrem Stadtteil zum Blühen

10585 Berlin

Wiesenlabor Neukölln – Schülerinnen und Schüler bringen Wiesen in Ihrem Stadtteil zum Blühen

Im dichtbebauten Berliner Stadtteil Neukölln sollen Wiesen- und Rasenflächen wieder artenreicher werden. Schülerinnen und Schüler des Albrecht-Dürer-Gymnasiums wollen Wiesen ihres Stadtteils unter wissenschaftlicher und pädagogischer Begleitung renaturieren.

Wiesen- und Rasenflächen gibt es im dicht bebauten Berliner Stadtteil Neukölln einige. Die meisten davon sind aber entweder durch starke Nutzung oder wegen ihrer isolierten Lage im Stadtgebiet eher artenarm und bieten nur selten attraktive Blühaspekte. Das Projekt „Wiesenlabor Neukölln“ möchte in einer einzigartigen Kombination von praktischem Naturschutz, Umweltbildung und wissenschaftlicher Begleitung buntblühende Wiesen mit einem hohen Artenreichtum in das Stadtbild zurückbringen. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler in einem an dem Konzept der Bürgerwissenschaften orientierten Ansatz Wiesen ihres Stadtteils unter wissenschaftlicher und pädagogischer Begleitung renaturieren.

In diesem Sinne arbeiten das Albrecht-Dürer-Gymnasium Neukölln, das Freilandlabor Britz e.V. und das Fachgebiet Ökosystemkunde/Pflanzenökologie der TU Berlin seit August 2012 an einem gemeinsamen Projekt zur Gewinnung von gebietseigenem Saatgut typischer Wiesenpflanzen, das dann auf Wiesen und Rasen im Umfeld der Schule zur Förderung des Artenreichtums ausgebracht werden soll. Als Experimentierfeld zur Erprobung von Methoden zur Wiesenrenaturierung in der Stadt dient dabei der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof, der sich in direkter Nachbarschaft zum Schulgelände befindet und seit 2008 als Park öffentlich zugänglich ist. Dreiundzwanzig Jugendliche im Alter von 14-16 Jahren begannen im August 2012 in einem Pilotprojekt mit der Sammlung von Samen von begrenzt ausbreitungsfähigen, teilweise gefährdeten Wiesenpflanzen in Berlin, die später zur Verwilderung in bestehende, artenarme Wiesen ausgebracht werden.

Die Schüler und Schülerinnen lernen nicht nur wie eine solche Renaturierung durchgeführt wird, sondern werden auch in die Prozesse der Planung eingeführt und beteiligt. Durch diese direkte Partizipation und begleitende Umweltbildung soll das Bewusstsein und Verständnis für Natur und Naturschutz in der Stadt und Wiesen im Besonderen verstärkt gefördert werden.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Das Projekt verbindet auf innovative Weise den praktischen Naturschutz in der Stadt, Umweltbildung von Jugendlichen und die wissenschaftliche Arbeit von Universitäten zu einer Arbeit von der alle Parteien profitieren und sich gegenseitig befruchten und unterstützen. So werden neue Methoden der Wiesenrenaturierung durch die Schülerinnen und Schüler praktisch in ihrem Wohnumfeld erprobt und gleichzeitig mit Hilfe von universitärer Begleitung wissenschaftlich untersucht.

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

Das aktuelle Projekt soll im nächsten Jahr mit einem Monitoring der Flächen und der Ausbreitung der Arten in den Wiesen weitergeführt werden. Außerdem soll eine kontinuierliche Kooperation zwischen dem Albrecht-Dürer-Gymnasium und der TU Berlin im Bereich der Renaturierung von Wiesen entstehen. Die Schule führt im Rahmen von projektbezogenem Unterricht Aufsammlungen von gebietseigenem Wiesensaatgut durch, vermehrt Saatgut im Schulgarten und erprobt neue Verfahren zur Anreicherung bestehender Wiesen mit dem selbst gesammelten Saatgut. Gleichzeitig soll eine Dokumentation der Ausbringungsaktion und des Monitorings der Flächen für die Öffentlichkeit entstehen. Das Preisgeld soll daher zur Ausstattung der Schule für diese Aufgaben dienen:
1) Umweltbildung zum Lebensraum Wiese
- Bestimmungsliteratur
- Bestimmungslupen
2) Material zur Samenaufsammlung und Aufbereitung
- Siebsatz zur Trennung von Samen und Spreu
- Sammelbehälter
3) Dokumentation der Ausbringungsaktionen
- Digitalkamera

Eingereicht von

Hans-Joachim Gohl

Verein, Organisation, Initiative

Das Projekt wurde von Ulrike Sturm, Studentin des Masterstudiengangs Stadtökologie der der TU Berlin, initiiert. Die zukünftige Durchführung und Entwicklung wird gleichberechtigt vom Albrecht-Dürer-Gymnasium Neukölln und dem Fachgebiet Ökosystemkunde/ Pflanzenökologie getragen und vom Freilandlabor Britz e.V. unterstützt.

Beteiligte Organisationen

Das Projekt wird von den drei Organisationen Albrecht-Dürer-Gymnasium Neukölln, dem Fachgebiet Ökosystemkunde/Pflanzenökologie der TU Berlin und dem Freilandlabor Britz e.V. getragen.
Das Albrecht-Dürer-Gymnasium Neukölln engagiert sich bereits auf vielfältige Weise für seinen Bezirk Neukölln. Dieses Engagement soll nun auch auf die Grünflächen in der Umgebung ausgeweitet werden.
Das Fachgebiet Ökosystemkunde/ Pflanzenökologie der TU Berlin verfügt über vielfältige Expertise in den Bereichen der urbane Landnutzungen und Biodiversität, der Anpassung von Pflanzen an urbane Bedingungen und des urbanen Naturschutzes.
Das Freilandlabor Britz e.V. ist ein Umweltzentrum in Berlin mit dem Ziel der Förderung der Umweltbildung für alle Ziel- und Altersgruppen. Die inhaltliche Orientierung hat stadtökologische Themen und die Einbindung der Menschen in Natur- und Umweltprojekte im Fokus.

Pate

Dr. Moritz von der Lippe,

TU Berlin/ Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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