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Wasserinitiative Weimar

99425 Weimar

Wasserinitiative Weimar

Die Wasserinitiative Weimar will Wasser in der Stadt wieder unmittelbar erlebbar machen. Dazu soll zunächst Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden mit dem Fernziel, an verschiedenen Stellen in der Stadt den Boden zu öffnen und Wasser wieder natürlich fließen zu lassen.

Das Thema Wasser und die unmittelbare Erfahrung dieses Elementes sind in unserer städtischen Wohn- und Arbeitswelt überwiegend unterrepräsentiert.

Weimar war, wie der ursprüngliche Name Vvigmaria (=heiliges Wasser; Meer, Moor) schon sagt, ein zutiefst wasserbestimmter Ort. Dies kann im Sinne eines „Genius Loci“ wieder erweckt werden.

Heute wird Weimar als hübsches, kleines Städtchen mit einer ambivalenten Vergangenheit erlebt. Ehemals als eine der Deutschlandzentralen der Nationalsozialisten auserkoren, kämpft die Stadt immer noch mit der Überformung durch entsprechende Architektur und mit der Zerstörung von vitalen Naturplätzen im Stadtraum. Wir treten dafür ein, die Präsenz von vitalem Wasser in Weimar wieder zu erhöhen. Im auditiven und visuellen Erleben des Wohlklanges und der Formentwicklungen des lebendig fließenden Wassers kann man Vitalisierung, Klärung, Inspiration, Beruhigung und Entspannung erfahren.

Die Wasserinitiative Weimar kann verstanden werden als eine Interessengemeinschaft zum Thema Wasser in Weimar. Sie versteht sich als Informationsnetzwerk und Arbeitskreis derjenigen, die zum Thema Wasser in unserem Stadtraum initiativ sind und forschen.

„Bächle“ - Ilmzuflüsse in Weimar:

Fließt Wasser frei, versucht es immer wieder zu mäandrieren. Eine Beschäftigung mit den Zuflüssen der Ilm und der Geschichte von Weimar mit diesem unterirdischen Wassernetz geht in Richtung folgender Vision: Kann es gelingen, das Wasser wieder oberflächlich und geschützt zu führen? Welche Qualität hätten diese Wasserwege? Sind sie gepflastert, aus keramischen Strukturen oder natürlich mit Erde und schattenspenden Gewächsen geschaffen? Zuerst aber geht es um das Wahrnehmen der „Bächle“ und deren Verortung mit folgenden Aktionen: WasserWandern / Bächle-Touren Asbach, Lotte und Wilder Graben und dem Finden von besonderen Orten, an den erinnert werden kann.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Das Erleben des Wassers stärkt in uns eine Kraft, ohne dass wir das auf einer kognitiven Ebene vollständig nachvollziehen können. In unserer vielfältigen Informationsgesellschaft fehlt oft der Bezug zu den Elementen. Gehen wir eine Verbindung z.B. mit dem Wasser ein, tatsächlich oder nur in der Auseinandersetzung mit dem Thema, stärken wir nebenbei auch unser Verantwortungsgefühl für unsere Umwelt. Treten wir dafür ein, ruft es auch etwas in unseren Mitmenschen wach.

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

Die innerhalb der Transsition-Town-Bewegung geborene Wasser-Initiative Weimar kann in Zukunft Öffentlichkeitsarbeit betreiben und Gelder für medienwirksame Aktionen im Stadtraum an den Bächen oder an geschichtsträchtigen, an Wasser erinnernde Orte einsetzen - immer in Kooperation mit der Stadt, mit dem Abwasser- und dem Trinkwasseramt. Das Nahziel ist, die Wahrnehmung zu öffnen und einen fruchtbaren Boden für weitere Aktionen in städtebaulicher Hinsicht zu bereiten. Das sind wichtige Schritte für das Fernziel, an diversen Stellen die Erde zu öffnen und das Wasser naturrichtig fließen zu lassen und dies für Anwohner wie Besucher der Stadt erlebbar zu machen.

Eingereicht von

Dipl. Des. Manuela Born

Verein, Organisation, Initiative

Mitwirkende in der Wasserinitiative Weimar, innerhalb der TransitionTown Bewegung Weimar

Beteiligte Organisationen

Die Wasserinitiative Weimar wurde im Februar 2012 im Rahmen eines Open Space der Transition-Town-Initiative „Weimar im Wandel“ ins Leben gerufen. Innerhalb der Transition-Town-Bewegung können Visionen entwickelt und Entwicklungen angeregt werden. Neben dem Wissensaustausch, dem gemeinsames Forschen und Wahrnehmen geht es auch um die Gestaltung unseres Lebensraumes. In Weimar kann sich etwas bewegen hin zu mehr Offenheit, des Denkens in Möglichkeiten, der Erlösung der Vergangenheit. Weimar befindet sich im Wandel. Wir erleben die Bewegung als inspirierend und praxisnah. Immer wieder befruchten sich verschiedene Gruppen innerhalb von Transition-Town Weimar gegenseitig. Neben der Wasserinitiatitve sind das beispielsweise: Solidarische Landwirtschaft, Stadtspaziergänge, Kartografie, Bildungsgruppe, Tauschring und Gemeinschaftsgärten. Ebenfalls bestehen Kontakte zum Amt für Abwasserwirtschaft und ist die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen der Stadt, anderen Wasserinitiativen geplant.

Pate

Dipl. Bauing. Lars Christoph,

Institut f. angewandte Geomantie/Leiter

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