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Bielefelder Schwalbensommer

33602 Bielefeld

Bielefelder Schwalbensommer

Gemeinsam mit dem städtischen Umweltamt erfasst der NABU Bielefeld die verbliebenen Schwalbenkolonien in der Stadt und will diese künftig durch Nisthilfen und Öffentlichkeitsarbeit stärken. An einem Bahnviadukt soll eine neue Mehrschwalbenkolonie angesiedelt werden.

Die Schwalben, Glücksbringer und Sommerboten, stehen unter Druck. Auch in Bielefeld nehmen die Populationen kontinuierlich ab, insbesondere die Kolonien der Mehlschwalben verschwinden nach und nach aus der Stadt. Früher prägten ihre Nester unter den Dachvorsprüngen und ihr munteres Zwitschern vom April bis in den Herbst hinein ganze Siedlungsbereiche, in denen es jetzt still geworden ist.

Mehlschwalben gehören wie Mauersegler oder Hausspatzen zu den Vogelarten, die als Gebäudebrüter dem Menschen bis weit in die Städte gefolgt sind und dorthin einen Hauch von Natur und die Möglichkeit zu Naturbeobachtung und Naturerleben auch für Stadtmenschen gebracht haben. Heute kennt kaum ein Kind noch eine Schwalbe, ganz zu schweigen vom Unterschied zwischen Mehl- und Rauchschwalben.

Dem will der NABU Bielefeld abhelfen. Gemeinsam mit dem städtischen Umweltamt erfasst er die verbliebenen Schwalbenkolonien und will diese künftig durch Nisthilfen und Information der Hausbesitzer und –bewohner stärken. Denn infolge flächiger Versiegelung und Begrünung sind Schlammpfützen in den Siedlungen verschwunden und fehlt geeignetes Nistmaterial, und zudem schlagen viele Hausbesitzer trotz Verbots die Nester ab, weil ihnen saubere Hauswände lieber sind als fröhliche „Untermieter“. Ein um Verständnis werbendes Faltblatt für Besitzer und Bewohner von „Schwalbenhäusern“ soll erstellt und verteilt, Nisthilfen sollen angeboten werden.

Als werbewirksamen „Leuchtturm“ für die Aktion will der NABU am Bahnviadukt über den Obersee, einem beliebten Bielefelder Naherholungsgebiet, eine neue Mehlschwalbenkolonie als „Ableger“ eines in der Nähe vorhandenen Vorkommens begründen. Der Obersee bietet ausreichend Nahrung und geeignete Lebensbedingungen, wenn dort Nistmöglichkeiten entstehen. Insgesamt sollen deshalb mit Hilfe von Hubwagen bis zu 100 an Winkelbrettern befestigte Kunstnester an die Tragpfeiler des Viaduktes montiert werden.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Schwalben sind in der Regel Sympathieträger und als Boten für den Naturschutzgedanken besonders geeignet. Über sie erreicht man auch Stadtmenschen, die sich in der freien Natur wenig bewegen oder auskennen. Schwalben eigen sich auch gut als Unterrichtsthema. So können neue Zielgruppen für den Naturschutz gewonnen werden. Noch ist es Zeit, die Schwalben zu retten, denn noch gibt es Vorkommen. Stabile Nisthilfen ermöglichen ihnen eine zusätzliche Jahresbrut und sorgen dadurch für mehr Nachwuchs.

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

Die Kunstnester für das Viadukt sollen gekauft, die Nisthilfen für Privathäuser selbst hergestellt werden. Für die Montage sind außerdem Holz und Beschläge sowie ggf. angemietete Hubwagen erforderlich. Das Faltblatt soll neu erstellt und gedruckt werden. Der Zeit- und Arbeitsaufwand für Nisthilfenbau, Montage, Faltblattgestaltung und –verteilung wird ehrenamtlich geleistet.

Eingereicht von

Dr. Jürgen Albrecht

Verein, Organisation, Initiative

Naturschutzbund Deutschland (NABU) Stadtverband Bielefeld e.V.
www.nabu-bielefeld.de

Beteiligte Organisationen

Beteiligte sind der Stadtverband Bielefeld des NABU mit seiner Aktivgruppe und den Schwalbenzählern, Eigentümer und Bewohner von Häusern, an denen noch Mehlschwalben vorkommen, die Deutsche Bundesbahn als Eigentümerin des Viaduktes sowie das Umweltamt der Stadt Bielefeld. Das Technische Hilfswerk wird die Aktion am Bahnviadukt voraussichtlich technisch unterstützen. Auch die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld unterstützt das Projekt und bietet interessierten Grundschulen Unterrichtseinheiten zum Thema Schwalben (einschließlich Exkursionen zu nahegelegenen Vorkommen) an. Durch Pressearbeit und Information in der Homepage des Vereins (www.nabu-bielefeld.de) soll das Projekt begleitet und örtlich bekannt gemacht werden.

Pate

Arnt Becker,

Umweltamt Bielefeld, Abt.leiter Landschaft, Gewässer, Naturschutz

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