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Nightlife in Bielefeld – heimlich, still und online

33739 Bielefeld

Nightlife in Bielefeld – heimlich, still und online

Für den Schutz der Schleiereulen setzen sich Schülerinnen und Schüler des Helmholz-Gymnasiums in Bielefeld ein. Sie bauen Nistkästen, beobachten die Entwicklung der Eulenpopulation und dokumentieren sie im Internet. In einem Eulenkasten soll eine Live-Cam installiert werden.

Schleiereulen sind große Sympathieträger. Diese fliegenden Mausefallen faszinieren durch ihren absolut lautlosen Flug.

Die Schleiereule gehört zu den am weitesten verbreiteten Eulen, deren Bestände stark rückläufig sind. Bevorzugte Nistbereiche für Schleiereulen sind in Scheunen und alten Gebäuden. Außerdem brauchen sie Felder, da sie dort jagen. Damit bieten Städte wie Bielefeld, die durch eine Ansammlung dörflicher Strukturen auffallen, ein geeignetes Habitat für diese Eulen.

Vor über 30 Jahren wurden in Bielefeld und Umgebung Eulenkästen in Häusern und Scheunen angebracht. Zählungen durch Hilmar Hasenclever haben eine Bestandserhöhung durch diese Nisthilfen belegt. Leider wurden diese Zählungen nach seinem Tod vor ca. 15 Jahren nicht weiterverfolgt.

Wir haben in unserem Projekt die Standorte dieser Schleiereulenkästen überprüft und leider festgestellt, dass nur noch wenige existieren. Das wollten wir nicht hinnehmen, sondern haben uns darum bemüht, dass neue Nistkästen für Eulen angebracht werden. Durch Zeitungsaufrufe haben wir naturfreundliche Bielefelder gefunden, die Nistkästen in ihren Häusern anbringen wollen. Durch eine Kooperation mit der Kreisjägerschaft haben wir Hilfe beim Bauen der Kästen erhalten.

Nach und nach wollen wir die Nistkastensituation für Schleiereulen in Bielefeld wieder verbessern. Wir wollen die Eulenbruten kontrollieren und die Daten im Internet veröffentlichen. Außerdem soll im Internet eine Liveübertragung aus einem Bielefelder Eulenkasten laufen, so dass das Brutgeschäft der Eulen zu beobachten ist. Ein Eulen-TV-Livestream soll auch im Foyer unserer Schule und eventuell auch in anderen Schulen bzw. Orten mit Publikumsverkehr installiert werden.

Auf diese Weise lernt die Stadtbevölkerung, dass Schleiereulen auch in Bielefeld vorkommen. Durch die gewonnene Sympathie der Leute für die Eulen hoffen wir auf noch mehr Menschen, die auf ihrem Dachboden einen Nistkasten anbringen wollen und so der bedrohten Schleiereule helfen.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Das Projekt wurde von Schülerinnen entwickelt und wird von einer Eulenprojektgruppe der Schule durchgeführt. Die große Motivation der Jugendlichen verdient eine Unterstützung, damit das Projekt weiter durchgeführt werden kann.
Die Schülerinnen und Schüler knüpfen mit ihrem Projekt an bereits vorhandene Strukturen an, lassen sie aufleben und wollen sie weiterführen. Dies stößt auf eine hohe Akzeptanz vor Ort, welche nicht zuletzt durch die verschiedenen beteiligten Institutionen gezeigt wird.

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

Für die Umsetzung des Projekts brauchen wir vor allem Holz und die technische Ausstattung.
Um das notwendige Holz zu bekommen, haben wir ortsansässige Holzbetriebe um einen Rabatt gebeten, der uns auch gewährt wurde. Leider bekommen wir das Holz nicht komplett umsonst, so dass wir hierfür das potentielle Preisgeld einsetzen wollen.
Die technische Ausstattung besteht aus einer Kamera, einem Laptop, Internetgebühren und mehreren Computern mit großem Monitor, für die öffentliche Übertragung. Diese Ausstattung soll auch durch das potentielle Preisgeld finanziert werden. Vorrangig ist aber das Holz für die Kästen, so dass in Zukunft wieder mehr Schleiereulen in Bielefeld ein Zuhause finden.

Eingereicht von

Josina Wittenberg

Beteiligte Organisationen

Helmholtz-Gymnasium Bielefeld, Kreisjägerschaft, NABU Bielefeld, Biostation Bielefeld/Gütersloh, Landwirte

Pate

Jürgen Albrecht,

NABU Bielefeld

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