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G’sund garteln

80336 München

G’sund garteln

Im Wabengarten des Ökologischen Bildungszentrums Bogenhausen in München treffen sich Menschen mit psychischen Erkrankungen regelmäßig zur Gartenarbeit. Das Projekt kommt so gut an, dass die Teilnehmer ihre Parzellen auch selbständig weiter bearbeiten. Gartengeräte, Pflanzen und Materialien werden benötigt.

Urbane Gärten nutzen städtische Freiräume und sorgen für Artenvielfalt und ein besseres Mikroklima im Viertel. Umweltschutz wird hier fast beiläufig betrieben. Das Säen, Ernten und Kompostieren ohne Chemie sensibilisiert für Umweltthemen. Urbane Gärten sorgen für mehr Grün in der Stadt und für eine ökologische Aufwertung des Stadtteils. Andererseits entstehen gesundheitliche Probleme oft aufgrund sozialer Ungleichheit und mangelnder gesellschaftlicher Partizipation. Nicht selten ist der Gesundheitszustand auch ein Ergebnis einer schlechten Ernährung. Ein Garten kann in solchen Lebenslagen heilend wirken und das seelische wie körperliche Empfinden verbessern (Quelle: Stiftung Interkultur).

Basierend auf diesen Erkenntnissen hat die erfahrene Hobby-Gärtnerin Christine Leyermann das Projekt „G'sund garteln“ im April 2012 ins Leben gerufen. Sie gibt damit Menschen mit einer psychischen Erkrankung die Gelegenheit, durch einfache Gartenarbeiten zu Entspannung und Gleichgewicht zu kommen.

Das Projekt läuft wie folgt ab: Einmal wöchentlich (momentan April bis Oktober 2012) kommen Klienten einer sozialpsychiatrischen Tagesstätte zum Wabengarten auf dem Gelände des Ökologischen Bildungszentrums Bogenhausen (ÖBZ) und bestellen eigenständig eine Parzelle. Sie entscheiden, was sie pflanzen möchten. Verschiedene Blumenarten und Gemüsesorten werden nach dem Prinzip der Permakultur angebaut. Es wird bewusst auch auf alte Gemüsesorten hingewiesen und diese werden immer stärker nachgefragt.

Das Projekt ist ein großer Erfolg, da die Klienten inzwischen nicht nur an den besprochenen Terminen, sondern auch freiwillig unter der Woche ihre Flächen bestellen. Zudem pflegen sie den Kontakt mit Menschen der benachbarten Gärten. Somit wurde schon ein Ziel erreicht: Es geht um den Menschen und sein Wohlbefinden im Einklang mit der Natur. Durch einfache Gartenarbeit wird Freude entfacht. Mitten in der Stadt und trotzdem ruhig, dank der Lage der Wabengärten in einem von Bäumen umgebenen Park.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Was zunächst eine „therapeutische Beschäftigung“ war, ist für die Teilnehmer inzwischen fester Bestandteil ihres Wochenablaufs geworden. Sie kommen gern in den Garten und sind stolz auf das Ergebnis. Das frisch geerntete Gemüse wird gemeinsam gekocht und gegessen. Die Klienten können Ihrer gewohnten Umgebung entfliehen und mit anderen Menschen kommunizieren. Für sie ist der Garten ein Entspannungsort, wo nicht ihre Behinderung im Vordergrund steht, sondern das, was sie zusammen geschaffen haben.

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

Das Preisgeld würden wir einsetzen für den Kauf von Gartengeräten, da diese bisher nur geliehen sind. Zusätzlich würde es uns helfen, Samen alter Gemüsesorten zu kaufen und die laufenden Kosten zu decken, die trotz ehrenamtlicher Arbeit entstehen: Fahrtkosten, Aufwandsentschädigungen, Pflanzen und Materialien für das laufende Jahr.

Eingereicht von

Christine Leyermann

Beteiligte Organisationen

Die Münchner Umweltorganisation Green City e. V. stellt eine Gartenfläche zur Verfügung.

Zwei Sozialpädagoginnen des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SPDi) Bogenhausen, Tagesstätte Sonnenhaus, begleiten die Klienten bei den Garteneinsätzen.

Pate

Martin Glöckner,

Geschäftsführer Green City e. V.

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