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SOKO Steigbergsteigle

72805 Lichtenstein

SOKO Steigbergsteigle

Eine Gruppe ehrenamtlicher Naturschützer will gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern eine zugewachsene Trockenrasenfläche pflegen, um die ursprüngliche Steppenheidevegetation wieder anzusiedeln. So lernen die Kinder viel über die heimische Tier- und Pflanzenwelt und leisten aktiven Naturschutz.

Im Naturschutzgebiet Wonhalde-Spielberg in Lichtenstein-Oberhausen im Kreis Reutlingen (Baden-Württemberg) pflegen seit einigen Jahren einige ehrenamtliche Naturschützer den zugewachsenen Trockenrasen um wieder die typische Steppenheidevegetation zu etablieren. Fläche liegt beidseitig an einem viel begangenen Wanderweg. Bevor mit der Pflege begonnen wurde, stand als erstes die Absprache mit der zuständigen Höheren Naturschutzbehörde an. Maß und Intensität der Maßnahmen wurden festgelegt. Nach zwei Pflegeperioden war rasch klar, dass man mit 3-4 Leuten an zwei Wochenenden im Oktober die Fläche nicht so schnell frei bekommen wird. Bei der Suche nach möglichen Mitstreitern kam man dann auf die Idee die örtliche Schule mit einzubeziehen. Der Rektor der Grund- und Hauptschule Lichtenstein war dieser Idee gegenüber sofort sehr aufgeschlossen und gab die Anfrage an den zuständigen Lehrer weiter. Dieser fragte bei seinen Schülerinnen und Schülern der Lerngruppe 5 und 6 nach und diese zeigten sich sofort begeistert. Fr. Himming vom Landratsamt und Revierförster Lutz unterstützten die Idee. Mitte Juni 2012 zeigt einer der Protagonisten den SchülerInnen die Fläche und die Arten (Orchideen, Enzian, Schmetterlinge, Ameisen), welche von der Pflege profitieren werden. Vor allem das Vorkommen des Kreuzenzians und des auf diesen besonders angewiesenen Kreuzenzian-Ameisenbläuling wurde den Kindern erläutert. In offeneren Teilen des Naturschutzgebietes kommen der Enzian und der Falter noch häufiger vor (das größte Vorkommen im Regierungsbezirk Tübingen). Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Kinder, welche oft einen Migrationshintergrund haben, einen intensiveren Bezug zu ihrer aktuellen Heimat bekommen. Im Oktober sägen die Ehrenamtlichen die Heide frei, die SchülerInnen tragen dann das Pflegegut aus der steilen Fläche und schichten es am Wegrand auf. Später kommt dann ein Häcksler und macht dann Holzhackschnitzel draus, welche dann energetisch verwertet werden.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Wir wollen unser naturschutzfachliches Wissen an SchülerInnen weitergeben, welche bisher nur wenig mit Naturschutz in Berührung gekommen sind. Wir brauchen auch künftig Menschen die Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen und die Natur pflegen. Gerade Kinder, welche zum großen Teil einen Migrationshintergrund besitzen, sollen einen Bezug zu der sie unmittelbar umgebenden Landschaft bekommen und sie als Heimat begreifen.

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

weitere Pflege der Fläche (Kauf von weiteren Pflegegeräten bzw. Ersatzteilen (auch Handschuhe, Sägeketten und –blätter, etc.), eventueller Einsatz einer Stuppenfräse, Etablierung einer extensiven Beweidung, Ersatz von durch Verschleiß entstehenden Schäden an Motorsäge und -sense)

Eingereicht von

Dipl.Ing.(FH) Landespflege Jürgen Zimmerer

Verein, Organisation, Initiative

Kein Verein nur Zusammenschluss von drei Privatpersonen, welche sich in der Landschaftspflege engagieren in Zusammenarbeit mit der GHS Lichtenstein.

Beteiligte Organisationen

Private Naturschützer: Ulrich Tröster, Jörg Wiedemann, Jürgen Zimmerer

Grund- und Hauptschule Lichtenstein: Rektor Klaus-Dieter Fink, Lehrer Gerhard Dwenger

Pate

Susanne Kromer,

Gemeinderätin der Fraktion DIE GRÜNEN

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