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Allmende-Kontor: Anlauf und Vernetzungsstelle für Gemeinschaftsgärten und urbane Landwirtschaft in Berlin

10179 Berlin

Allmende-Kontor: Anlauf und Vernetzungsstelle für Gemeinschaftsgärten und urbane Landwirtschaft in Berlin

Das Allmende Kontor versteht sich als zentrale Anlauf- und Vernetzungsstelle für Gemeinschaftsgärten und urbane Landwirtschaft in Berlin. Auf dem Tempelhofer Feld in Neukölln bewirtschaftet das Allmende-Kontor mit über 700 Gärtnerinnen und Gärtnern eine Fläche von 5000 qm. Mit dem Preisgeld soll das Angebot verbessert werden.

In Berlin gibt es über 60 Gemeinschaftsgärten und Projekte der urbanen Landwirtschaft. Sie stellen und beantworten zentrale Fragen der Stadtgesellschaft: zu sozialer, kultureller und biologischer Vielfalt, partizipativer Stadtgestaltung, Stadtökologie, Versorgung und Konsum, Bildung, Bewegung, Ernährung und Gesundheit, Solidarität, Integration und zivilgesellschaftlichem Engagement. Für alle diese bestehenden und neuen Initiativen, für Interessent/innen und Akteure des gemeinschaftlichen Gärtnerns und der urbanen Landwirtschaft in Berlin, will das Allmende-Kontor eine Anlauf- und Vernetzungsstelle, Wissensspeicher, Lernort und ein Garten für alle sein.

Der Garten wird zunächst als Zwischennutzung auf dem Tempelhofer Feld (THF) umgesetzt. Inhalte und Wirken des Allmende-Kontor (AK) sind jedoch zeitlich unbegrenzt und räumlich flexibel. Seit April 2011 wächst auf dem THF auf einer Fläche von 5000 m² der Gemeinschaftsgarten des AK. Öffentlicher städtischer Freiraum soll hier durch gemeinschaftliche, kooperative Nutzung und Gestaltung als Allmende ins Bewusstsein gebracht, erleb- und gestaltbar gemacht werden. Inzwischen beackern hier über 700 Gärtner/innen aus der Neuköllner Nachbarschaft und aus ganz Berlin über 300 Hochbeete. Verschiedene Projekte und Veranstaltungen, z.B. zu Bienen, Saatgutvermehrung, Kompost und Regenwassergewinnung sind hier inzwischen verortet und bereichern den Garten und seine Gemeinschaft.

Geplant sind u.a. ein Ressourcenpool zum Verleih von Geräten, eine Saatguttauschstelle – gespeist aus Berliner Gemeinschaftsgärten und der Aufbau einer Verbrauchergemeinschaft, die sich über das im Garten Selbsterzeugte hinaus, mit Produkten von Bauern aus Berlins Umgebung ergänzend versorgen will. Der AK-Gemeinschaftsgarten auf dem THF ist entstanden aus einem Netzwerk von AktivistInnen aus Berliner Gemeinschaftsgärten und Projekten der urbanen Landwirtschaft. Unsere Orientierung setzt auf partizipative & ökologische Stadtgestaltung.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Das Projekt wird für und mit allen entwickelt. Beteiligt sind Anwohner/innen aus dem Kiez, neue und bestehende Gemeinschaftsgarten-Initiativen, anderweitig urbane Gärtner/innen, Interessierte, Verwaltungen, Politik, Stadtentwicklung, Forschung. Die am Projekt Beteiligten sind Menschen aller Nationalitäten und quer durch sämtliche soziale Schichten (alte und junge Menschen, Studenten, Familien, Arbeitslose, Akademiker, Alleinstehende, Alleinerziehende, Hartz IV-Empfänger).

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

Zur Qualifizierung des Projektes.
Im ersten Jahr haben wir so einen enormen 'Ansturm' erlebt, dass wir nun darauf angewiesen sind, die Ausstattung und Technik des Gartens zu verbessern sowie das gefragte Fachwissen, z.B. zu Kompost, Hochbeeten, ökol. Gartenbau, ökologische Schädlingsbekämpfung sowie zum Thema Partizipation/Gruppenbildung anzubieten.

Eingereicht von

Kristin Radix

Verein, Organisation, Initiative

Öffentlicher städtischer Freiraum soll durch gemeinschaftliche Nutzung und Gestaltung als Allmende ins Bewußtsein gebracht und erlebbar gemacht werden. Hierbei sind Good Governance, Partizipation und Selbstorganisation zentrale Motive und Ansätze, die im Allmende-Kontor umgesetzt u. erprobt werden sollen. Das Projekt soll entsprechend dokumentiert und evaluiert werden, um es als eine Art Best-Practise-Projekt auch auf andere Städte übertragen zu können. Urban Gardening soll als eine Form partizipativer Gestaltung von Stadtraum und -gesellschaft gezielt unterstützt werden. Das Projekt zielt ab auf kooperatives Verständnis der Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren und Verwaltung, mit dem Ziel gemeinsam nachhaltige Perspektiven für Zwischennutzungen im Prozess zu entwickeln. Durch bewärten Austausch mit Initiativen und Akteuren bundesweit im Bereich des urbanen Gärtnerns und der urbanen Landwirtschaft ist die Übertragbarkeit der o.g. Anliegen und Praktiken auch im Sinne einer Anpassung an regionale Unterschiede (z.B. Verwaltungsstrukturen) seit Langem ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Netzwerkes.
AK c/o workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V., Laskerstr. 6-8, 10245 Berlin

Beteiligte Organisationen

Das AK ist ein Netzwerk von urbanen, gärtnerisch Aktiven. Dem Netzwerk gehören neben der workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V. unter anderen folgende Projekte an: AG Kleinstlandwirtschaft, AG Interkulturelle Gärten Berlin Brandenburg, Social Seeds e.V., Generationengärten, Schaut mal Bienen!, Bienenbewegung, Mundraub, TempelGärten u.v.a.. Weitere Projekte auf dem Pionierfeld an der Oderstraße, unsere direkt angrenzenden Nachbarn, werden ebenso als Partner mit einbezogen, z.B. die Lernwerkstatt Natur, der Rübezahl Garten sowie der Stadtteilgarten Schillerkiez. Der Orga-Kreis (13 Personen) ist interdisziplinär aufgestellt, und setzt sich zusammen aus u.a. Landschaftsarchitektur, Bildende und Darstellende Kunst, Kulturanthropologie, Psychologie, Geographie, Architektur und Gartenbau. Weitere Unterstützer/innen sind Stiftung Interkultur, Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis, DBU, Werkstatt N, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Grün Berlin GmbH sowie Tempelhof Projekt GmbH.

Pate

Dr. Michael Gödde,

Referatsleitung Landschaftsplanung und Naturschutz

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